11 Min. Lesezeit · Englandreisen.de Redaktion

Devon verbindet zwei Küsten mit den offenen Höhen des Dartmoor und einem Teil des Exmoor. Die Grafschaft eignet sich für eine eigenständige Reise ebenso wie für einen längeren Übergang nach Cornwall. Entscheidend ist die Wahl zwischen Nordküste, Südküste und Moorlandschaft.

Granitfelsen im Dartmoor unter dem Sternenhimmel
Themenbild: Granitfelsen im Dartmoor unter dem Sternenhimmel · charlieishere@btinternet.com ↗ (externe Website, neuer Tab) · CC BY 2.0 ↗ (externe Website, neuer Tab). Bildausschnitt angepasst.

Norddevon und die Atlantikküste

Rund um Barnstaple und Bideford öffnen sich breite Flussmündungen und große Strandlandschaften. An anderen Abschnitten fällt die Küste steil ab, weshalb eine Wanderung anspruchsvoller sein kann, als die geringe Entfernung vermuten lässt. Wer Surfen, Strandtage und Küstenwege verbinden möchte, setzt hier einen Schwerpunkt. Ein Tagesausflug bis Exmoor ist möglich, sollte aber nicht zugleich mit einer langen Fahrt nach Südcornwall verbunden werden.

Torbay und die südlichen Flussmündungen

Torquay, Paignton und Brixham bilden die English Riviera. Hafenpromenaden und Badebuchten prägen diesen Abschnitt. Westlich davon bieten die Mündungen von Dart und Salcombe Kingsbridge Estuary eine andere Perspektive auf die Küste. Dartmouth eignet sich für einen Tag am Wasser; kleine Fähren können Wege verbinden, ihre Betriebszeiten müssen jedoch in die Rückfahrtplanung einfließen.

Dartmoor als eigener Reisetag

Die Granitkuppen des Dartmoor heißen Tors. Dazwischen liegen Moorflächen, Weideland, Steinsetzungen und kleine Orte. Ein kurzer ausgeschilderter Weg in Ortsnähe und eine Querung offener Moorgebiete stellen sehr unterschiedliche Anforderungen. Für die erste Begegnung empfiehlt sich eine überschaubare Route mit sicherem Rückweg. Sicht und Untergrund sind wichtiger als ein möglichst langer Streckenplan.

Ein nützlicher Einstieg ins Dartmoor ist die Unterscheidung zwischen einem Tor-Ausflug, einer Talwanderung und einer Tour durch offenes Hochmoor. Für einen ersten Vormittag passt ein klarer Weg zu einer Granitkuppe mit Rückkehr zum gleichen Ausgangspunkt. An einem zweiten Tag kann ein bewaldetes Tal einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Die Nationalparkverwaltung stellt dafür Informationen zu Wegen und zugänglichen Angeboten bereit. Ponys und andere Weidetiere sollten weder gefüttert noch für Fotos bedrängt werden. Bei weiterführenden Touren sind außerdem militärisch genutzte Bereiche und deren aktuelle Zugangsregeln zu prüfen; eine allgemeine Wanderkarte allein beantwortet diese Frage nicht.

Städte für Kultur und Anschlüsse

Exeter bietet Kathedrale, historische Spuren und ein belebtes Quayside. Plymouth besitzt einen großstädtischen Hafen und den weiten Blick vom Hoe auf den Sound. Beide Städte helfen bei einer Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, weil sich dort Fernverbindungen und regionale Strecken bündeln. Sie sind aber keine austauschbaren Standorte: Exeter passt besser zu Ostdevon, Plymouth zu Westdevon und dem Übergang nach Cornwall.

Route mit zwei Standorten

Eine abwechslungsreiche Woche könnte drei Nächte im Raum Torbay oder Exeter und drei Nächte an der Nordküste umfassen. Dazwischen liegt ein Tag im Dartmoor. Die Strecken quer durch Devon brauchen Zeit; bei nur drei oder vier verfügbaren Tagen ist ein einzelner Landesteil angenehmer. Für Küstenwanderungen helfen Busverbindungen bei linearen Etappen, sofern die letzte Rückfahrt vorab feststeht.

Bei Anreise mit der Bahn bietet sich eine südliche Variante an: zunächst Exeter mit einem vollen Stadttag, anschließend Torbay als Standort für Küste und Hafenorte. Ein Dartmoor-Ausflug wird als gesonderter Tag mit festem Startpunkt organisiert. Mit dem Auto lässt sich dagegen eine Runde aus Exeter, Dartmoor und Norddevon gestalten, bevor es entlang der Nordküste nach Cornwall weitergeht. Für Familien sind diese beiden Varianten leichter zu dosieren als eine tägliche Fahrt quer durch die Grafschaft. Lege den Unterkunftswechsel möglichst auf einen Tag mit einem passenden Zwischenziel, damit Auschecken, Gepäck und Besichtigungen nicht miteinander konkurrieren.

Nord- und Süddevon richtig vergleichen

Die beiden Küsten Devons verlangen unterschiedliche Erwartungen. Im Norden steht der Blick auf den Atlantik beziehungsweise den Bristol Channel im Vordergrund, mit breiten Stränden und kräftig gegliederten Steilküsten. Im Süden wechseln die Buchten häufiger mit Flussmündungen und Hafenorten. Für die Unterkunft ist deshalb nicht nur die Entfernung zum Meer wichtig. Wer jeden Morgen surfen oder einen langen Strandspaziergang machen möchte, sucht anders als jemand, der kleine Fähren und historische Hafenstraßen bevorzugt. Ein Ort an einer Flussmündung kann landschaftlich sehr reizvoll sein, ohne einen unkomplizierten Badestrand direkt vor der Tür zu besitzen. Prüfe die konkrete Umgebung statt ausschließlich das Wort Küstenlage in einer Hotelbeschreibung.

Eine Reise mit beiden Küsten profitiert von einem klaren Wechsel. Beginne beispielsweise im Süden mit Exeter und Torbay und verlege den Standort anschließend in den Norden. Der Transfer wird durch einen bewusst gewählten Dartmoor-Besuch zu einem eigenständigen Reisetag. Umgekehrt ist Norddevon ein sinnvoller Auftakt, wenn du anschließend entlang der nördlichen Cornwallküste weiterfährst. Vermeide die tägliche Rückkehr in dieselbe Unterkunft nur aus Gewohnheit. Eine scheinbar zentrale Lage mitten im Land kann bedeuten, dass weder Abendessen am Hafen noch ein früher Strandgang ohne Auto möglich sind. Für wenige Urlaubstage ist die Spezialisierung auf eine Küste meist die stärkere Entscheidung.

Dartmoor jenseits des Panoramastopps

Das Dartmoor ist eine bewohnte und genutzte Kulturlandschaft, nicht einfach eine menschenleere Wildnis. Zwischen offenen Höhen liegen Orte, Höfe, Straßen und historische Spuren. Für einen ersten Tag hilft die Kombination aus Information, kurzer Wanderung und einer Pause in einem Moorort. So erschließt sich mehr als bei einer einzigen Fahrt über eine Höhenstraße. Die Besucherinformationen der Nationalparkverwaltung unterscheiden unter anderem Wandern, Radfahren, Reiten und zugängliche Angebote. Nutze diese Unterscheidung, denn ein für Wandernde geeigneter Pfad muss keine gute Fahrradroute sein. Wer die Landschaft fotografieren möchte, sollte dafür einen sicheren Haltepunkt wählen und nicht an einer unübersichtlichen Straßenstelle stehen bleiben.

Bei längerem Aufenthalt kannst du unterschiedliche Formen vergleichen: eine offene Granitkuppe, ein bewaldetes Tal und einen Weg mit historischen Siedlungsspuren. Dabei zählt die Qualität der Beobachtung mehr als die Strecke. Wie verändert sich der Boden, wo sammelt sich Wasser und wie beeinflusst das Gelände die Wegführung? Solche Fragen machen auch eine kurze Runde interessant. Für Kinder sind erkennbare Ziele wie eine Brücke oder ein Fels oft motivierender als eine abstrakte Kilometerzahl. Bei Nebel sollte eine bereits bekannte, einfache Route gewählt oder auf einen Innenbesuch ausgewichen werden. Auf dem Hochmoor kann die Orientierung deutlich schwieriger sein als auf einem Spazierweg am Ortsrand.

Exmoor als weiterer Landschaftsraum

Exmoor liegt sowohl in Devon als auch in Somerset und sollte nicht mit dem Dartmoor gleichgesetzt werden. Für deine Reise ist vor allem die Lage im Norden wichtig. Ein Aufenthalt dort kann Küste, bewaldete Täler und offene Höhen verbinden, ohne eine tägliche Querung Devons zu verlangen. Wenn Exmoor ein Hauptinteresse ist, lohnt ein Quartier in seinem Umfeld statt einer langen Anfahrt aus Torbay. Die Nationalparkverwaltung bietet Informationen zu Orten, Wegen und Naturthemen. Wähle einen konkreten Teilraum und baue den Tagesplan darum auf. Eine ganze Landschaft als einziges Ziel ins Navigationsgerät zu schreiben, ist weniger hilfreich als ein klarer Ausgangspunkt.

Wer beide Nationalparks sehen möchte, sollte ihre Besuche nicht unmittelbar hintereinander als identische Moortage anordnen. Ein Stadttag in Exeter oder ein Hafenbesuch dazwischen hilft, die Eindrücke auseinanderzuhalten. Für eine kurze Devonreise genügt dagegen einer der Parks. Die Auswahl kann rein praktisch erfolgen: Dartmoor passt zur Strecke zwischen Exeter und Plymouth, Exmoor eher zu einer Nordküstenroute mit Somerset. Bei Wanderungen ist auch die Unterkunftsform wichtig. Ein früher Start, trockene Schuhe und ein erreichbares Abendessen können den Tag stärker verbessern als eine besonders aufwendige Zimmerausstattung. Prüfe deshalb die Alltagsorganisation der gewählten Basis ebenso sorgfältig wie ihre Aussicht.

Agatha Christie und die Landschaft am Dart

Greenway am River Dart ist eng mit Agatha Christie verbunden. Das Haus und seine Umgebung ermöglichen einen anderen Zugang zur Schriftstellerin als eine Sammlung von Drehorten oder bloßen Namensbezügen. Für Literaturinteressierte lohnt die Frage, wie ein privater Rückzugsort, Gegenstände und Landschaft zusammenwirken. Das National-Trust-Angebot umfasst Haus und Gelände mit unterschiedlichen Anforderungen an Zeit und Wege. Prüfe die aktuelle Anreiseorganisation direkt beim Betreiber. Ein Besuch ist nicht automatisch so unkompliziert wie ein kurzer Halt an einer gewöhnlichen Ortsstraße. Gerade bei einer Verbindung mit Booten oder anderen Verkehrsmitteln muss die Rückfahrt zum gewählten Tagesablauf passen.

Du kannst Greenway als kulturellen Schwerpunkt eines Tages wählen und anschließend nur noch einen ruhigen Hafen- oder Flussaufenthalt vorsehen. Dartmouth und die Gewässer des Dart bieten dafür einen sinnvollen landschaftlichen Zusammenhang. Das bedeutet nicht, dass jede Verbindung spontan verfügbar ist. Entscheide zunächst, ob das Haus oder die Fahrt auf dem Wasser im Mittelpunkt steht, und prüfe dann, wie sich beides tatsächlich kombinieren lässt. Wer sich wenig für Literatur interessiert, muss das Haus nicht allein wegen seines Bekanntheitsgrades besuchen. Eine längere Zeit am Fluss kann besser zu den eigenen Interessen passen und vermeidet ein Programm aus unverbundenen Pflichtstationen.

Stadtaufenthalte mit eigenem Profil

Exeter und Plymouth erfüllen auf einer Devonreise unterschiedliche Funktionen. In Exeter kannst du einen Tag zwischen Kathedrale, Museum und Quayside zu Fuß gestalten. Plymouth eröffnet stärker den großen Hafenraum und die Verbindung zum Meer. Wenn du beide Städte besuchst, lohnt es sich, diese Gegensätze bewusst zu nutzen. Ein Kathedralvormittag in Exeter und später ein Spaziergang am Plymouth Hoe vermitteln mehr Vielfalt als zwei ähnliche Einkaufsrunden. Auch die Hotels sollten entsprechend gewählt werden: nahe den gewünschten Abendwegen statt allein am günstigsten Straßenanschluss. Ein Auto, das während des gesamten Stadtaufenthalts ungenutzt steht, verursacht sonst nur zusätzliche Parkplatzorganisation.

Für eine Reise ohne Auto kann Exeter als erster Standort sinnvoll sein, während Torbay einen zweiten Rahmen am Wasser bietet. Plymouth lässt sich als eigenständige Weiterreiseetappe anschließen. Die Fahrkarte auf einer Hauptstrecke löst allerdings noch nicht den Transfer zu jedem Museum, Strand oder Garten. Vergleiche die gesamte Verbindung bis zum Eingang und plane mit Gepäck großzügiger. Eine Übernachtung mehr an einem guten Standort kann günstiger im Reisegefühl sein als drei zusätzliche Ausflüge mit komplizierten Anschlüssen. Bei schlechtem Wetter bieten die Städte außerdem Alternativen, ohne dass ein ganzer Tag auf die nächste trockene Stunde gewartet werden muss.

Strandtage und Familienreisen

Für Familien ist die konkrete Erreichbarkeit eines Strandes häufig wichtiger als seine Bekanntheit. Ein naher Parkplatz, Toiletten, ein überschaubarer Zugang und eine mögliche Pause im Schatten erleichtern den Tag. Eine abgelegene Bucht unter steilen Klippen kann für Erwachsene reizvoll sein, verlangt mit kleinen Kindern jedoch eine andere Vorbereitung. Prüfe vor Ort die Badebedingungen und die vorhandene Aufsicht. Breite Sandflächen bei Ebbe bedeuten nicht automatisch, dass jeder Bereich gefahrlos betreten werden kann. Für einen gelungenen Strandtag braucht es auch keinen zusätzlichen großen Museumsbesuch. Ein langsamer Morgen und ein freier Nachmittag können innerhalb einer Rundreise bewusst das Gegengewicht zu Besichtigungstagen bilden.

Bei älteren Kindern lassen sich Küste und Kultur gut über konkrete Aufgaben verbinden. Im Hafen kann es um verschiedene Bootstypen gehen, im Dartmoor um Formen der Granitfelsen und in einem Museum um einen einzelnen Gegenstand. Dadurch entsteht ein roter Faden ohne schulisches Pflichtprogramm. Begrenze längere Autofahrten auf Tage, an denen ohnehin die Unterkunft gewechselt wird. Wenn das Wetter einen Strandtag verhindert, sollte bereits eine nahe Alternative bekannt sein. Ein weites Ausweichziel am anderen Ende der Grafschaft macht den Tag nicht automatisch besser. Häufig reicht ein Ortsrundgang mit einem kurzen Innenbesuch und einer ausgedehnten Pause.

Eine längere Devonreise zusammenstellen

Mit zehn Tagen kann Devon ohne Cornwall eine abwechslungsreiche vollständige Reise ergeben. Zwei Nächte Exeter schaffen einen kulturellen Einstieg, drei Nächte an der Südküste ermöglichen Torbay und einen Dart-Ausflug. Danach folgen zwei Nächte im Umfeld des Dartmoor und drei an der Nordküste oder am Exmoor. Diese Verteilung ist ein Vorschlag für unterschiedliche Landschaften, kein fester Fahrplan. Wer lieber wandert, verschiebt Nächte von der Küste ins Moor; wer mit der Bahn reist, bleibt länger an gut angeschlossenen Orten. Wichtig ist, dass der letzte Reisetag bereits zur Abreise passt. Eine weite Rückfahrt sollte nicht erst nach einer anstrengenden Wanderung beginnen. Lege außerdem einen Tag ohne festen Eintrittstermin fest, damit Wetter und spontane Entdeckungen den Reiseverlauf mitbestimmen dürfen.

Für die Feinplanung lohnt ein Blick auf den nächsten Morgen: Muss bereits ausgecheckt werden, ist eine längere Wanderung mit nasser Kleidung unpraktischer als ein Stadtbesuch. Bleibst du eine weitere Nacht, kannst du freier entscheiden und am Abend dieselbe Unterkunft erreichen. Diese einfache Unterscheidung hilft besonders in Devon, weil Küste, Moor und Stadt jeweils andere Ausrüstung und Tagesabläufe verlangen. Weniger Wechsel innerhalb eines Tages machen die Vielfalt besser erlebbar.

Für deine Reise

  • Moorwanderungen nach Sicht und Wetter auswählen.
  • Bei kurzen Aufenthalten eine Küste vertiefen statt täglich Devon zu durchqueren.

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Quellen und weiterführende Informationen